Osterräderlauf in Lügde / Osterfeuer

Dieses Jahr wollten wir uns mal wieder die Osterräder in Lügde ansehen. Waren vor ein paar Jahren mal dort und es war Zeit, dies zu wiederholen.

So sind wir also gegen 18 Uhr in Lügde aufgeschlagen. Die Parkplatzsuche war grad noch an der Grenze des erträglichen. Das Rahmenprogramm in der Stadt hätte man sich allerdings schenken können, die Musik war einfach nur gruselig. Also sind wir schnurstracks auf den „Berg“ gegangen, von wo aus die brennenden Räder Richtung Tal rollen sollten.

So sieht Lügde also von oben aus:

Die Eichenräder werden erstmal für einige Tage zum Wässern in die Emmer gerollt. Dort suagen sich die Räder mit Wasser voll, damit sie später nicht zusammen mit dem Stroh verbrennen.

 

Na hoffentlich geht die Kanone nicht frühzeitig los 😉     Und hier sollten die Osterräder dann runter rollen:

Was ich  nicht so ganz verstehen konnte: trotz der langen Trockenheit ist die Strecke, vor allem die Sträucher und Holzzäune, vorher offensichtlich nicht gewässert worden. Nun ja, die Jungs wissen ja hoffentlich, was sie tun…

Beim letzten Mal standen wir etwa auf halber Höhe hinter einem Zaun. Und irgendwie kamen damals die Räder immer auf uns zu. Daher waren wir diesmal so schlau, uns das ganze von oben anzusehen, also nur ein paar Meter unterhalb des Starts der Räder, denn diese laufen die ersten Meter normalerweise halbwegs grade, erst beim ersten „Hubbel“ des Berges gehen sie meist erst vom Weg ab. Ausnahmen bestätigen die Regel…

Auf Nachfrage hieß es dann, daß das Osterfeuer auf dem Osterberg gegen 20 Uhr entzündet werden sollte. Die Uhren scheinen dort aber langsamer zu ticken, denn es ging dann doch erst um 21 Uhr los. Wurde aber auch Zeit, war mächtig fröstelig.

Und es kam natürlich, wie es kommen mußte…. Das Osterfeuer brannte noch nicht einmal in voller Ausdehnung, da griff das Feuer bereits auf umliegende Sträucher und Holzzäune über, und so bekamen wir es das erste mal zu sehen, daß die Feuerwehr ein Osterfeuer, oder zumindest Teile davon, löschen mußte. Dumm auch für die Gäste, die erst jetzt den Berg hochkamen, denn das Feuer hat ihnen den Weg abgeschnitten…

Nun ging es an den Start der Osterräder, ein mächtiger Kanonenschlag verkündete das Entzünden des ersten Rades. Als dieses dann lichterloh brannte, wurde es den Abhang hinunter geschubst. Nach 1/4 der Strecke driftete es dann nach links ab und blieb dann irgendwann an einem Zaun hängen – und strecke diesen dann in Brand.

Irgendwie waren die Räder dieses Jahr reichlich auf Abwegen. Die ersten zwei hatten nen starken Linksdrall, Nummer 3 ging recht gradeaus und kam auch unten an *hurra*, das vierte landete rechts am Zaun und steckte diesen natürlich an und dann kam Rad Nummer fünf. Tja, was soll ich sagen. Dieses Rad meinte, schon auf den ersten Metern nach rechts abdrehen zu müssen und Richtung Zuschauer rollen zu wollen. Und genau hier standen wir! Glücklicherweise, wohlweißlich, nicht in den ersten Reihen. Alles rannte nun also einige Meter zurück (viel weiter ging es auch nicht, sonst wären wir direkt ins Osterfeuer gerannt), und wir wurden alle überschüttet von einem Funkenregen und Ruß. Man sieht es an den Bildern ja ganz schön, wie viele Funken, bzw. brennende Strohteilchen da durch die Luft flogen. Als wir das nun weitestgehend unbeschadet überstanden hatten, mit dicken Rußflecken auf den Jacken,  rollte das Rad weiter in einen Zaun – mal wieder – und alles fing an zu husten und sich die Augen zu reiben.  Rad Nummer 6 haben wir dann aus noch größerer Entfernung angesehen, dieses ging dann auch wieder nach rechts in die Büsche.

 

Im Anschluß gab es noch ein schönes Feuerwerk. Gegen 23 Uhr war dann das Spektakel vorbei und wir haben uns auf den Rückweg begeben – im Dunkeln den Berg runter und dann mit keine Ahnung wie vielen tausend Autos irgendwie aus dem kleinen Örtchen wieder raus.

Ich würde mir wünschen, daß die Verantwortlichen und die Feuerwehr in den nächsten Jahren den Gefahrenbereich weiträumiger absperren. Das hätte beim 5. Rad doch ganz schön ins Auge gehen können.

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Über Huppsi

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11 Antworten zu Osterräderlauf in Lügde / Osterfeuer

  1. fudelchen schreibt:

    Aber trotzdem hast du ganz passable Fotos gemacht. Klasse!!!

    Herzlichst ♥ Marianne

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  2. ute42 schreibt:

    Gegen diese Osterbräuche habe ich ja nichts, aber das klingt doch alles sehr sehr leichtsinnig, was du uns da beschreibst. Immerhin hast du dadurch außergewöhnliche Fotos gemacht. Ich glaube, ich wäre geflüchtet.

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    • petrahannover schreibt:

      Ich war auch sehr erstaunt, daß man die Menschen so nah ans Geschehen gelassen hat. Hatte mir eigentlich gedacht, daß man das weiter absperren würde. Vor allem, da in der ersten Reihe „natürlich“ viele kleine Kinder standen!!! Ich selber hab mich schon freiwillig weiter nach hinten verzogen – was solls, dann hab ich halt ein paar Köpfe auf meinen Bildern…. Ganz vorne hätte ich mich nie und nimmerlich hingestellt.
      Im Prinzip ist es eine schöne Veranstaltung, nur sind die Verantwortlichen ein wenig zu leichtsinnig.

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  3. firefox05c schreibt:

    Also, wenn ich das so lese, gruselt es mir doch etwas bei der Vorstellung, was alles hätte passieren können. Ich weiß ja nicht, wie die Planung gewesen ist, aber ich denke, der Veranstalter sollte sich mehr Gedanken über den Zuschauer- Abstand machen, und die Feuerwehr sollte hier und da vielleicht die Strecke besser vorbereiten (in welcher Art auch immer). Ich gehe mal davon aus, diese Veranstaltung läuft nicht zum ersten Mal, daher dürften die Gefahrenpunkte ja bekannt sein.
    Aber spektakulär ist es auf jeden Fall gewesen!

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  4. petrahannover schreibt:

    Du hast völlig Recht, diese Veranstaltung gibt es schon länger, und ich fand es auch merkwürdig, daß da zwar ein paar Feuerwehrmänner aufgepaßt haben, daß keiner quasi vor die Räder rennt (man denke an die bekloppten oder die mit 2 Promille auf’m Kessel….), aber ich habe eigentlich die ganze Zeit auf den Moment gewartet, daß der ganze Pulk mal ein paar Meter weiter nach hinten kommandiert wird. Nö. Es wurde eher noch lustig mit den Zuschauern getratscht.
    Schon alleine die Platzwahl des Osterfeuers fand ich recht fragwürdig, da direkt daneben Sträucher, Bäumchen und ein Holzzaun waren. Ist doch klar, daß bei der tagelangen Trockenheit alles brennt wie Zunder. Das weiß ja sogar ich als Anti-Feuerwehr-Mensch 😉

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  5. aNette schreibt:

    Ach, dieses Jahr habe ich das Osterfeuer verpasst. Dafür hast du aber ziemlich spektakuläre Fotos gemacht, interessante Geschichte. Gut dass nichts passiert ist. lg aNette

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  6. gsharald schreibt:

    Man muss sich wirklich wundern, wie dilettantisch ds vorbereitet wurde. Nachdem es ja ein Brauch ist, haben die Osterfeuer bestimmt schon oft stattgefunden und man müsste entsprechende Erfahrungen haben. So lange nichts passiert ist ja gut, aber wenn, macht man sich Vorwürfe. Neben dem Spass der Osterfeuer sollte auch unbedingt die Sicherheit der Zuschauer einbezogen werden.

    LG Harald

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    • petrahannover schreibt:

      Es wird wohl mal wieder so sein wie meistens: es muß erst was passieren, bis man was ändert. Klar ist es schön, wenn man dicht am Geschehen ist, aber die Sicherheit sollte ja wohl an allererster Stelle stehen. Und wir haben die ganze Situation nicht wirklich als sicher empfunden, obwohl wir schon ein Stück weiter weg standen.
      Vielleicht sind wir auch zu pingelig? Ich weiß es nicht, aber da hab ich lieber die Deviese: Sicherheit geht vor.

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  7. creava schreibt:

    Ich bin erstaunt, dass diese Veranstaltung noch genehmigt wurde, wo doch schon in den Medien vor der Waldbrandgefahr gewarnt wurde!

    Ich bin nicht pingelig und finde die Tradition der OSTERFEUER schön! Aber so wie Du es erzählst nicht!

    LG Creava

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  8. petrahannover schreibt:

    Stimmt, ich habe auch voher noch mal ins Internet gesehen, ob die Veranstaltung evtl. wegen der extremen Waldbrandgefahr abgesagt wird. Umso mehr hat es mich dann überrascht, daß das Feuer so dicht an einem kleinen Wäldchen und an Holzzäunen entzündet wurde und vorher offenbar nix gewässert wurde. Schon sehr merkwürdig.

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